Inhaltsverzeichnis
- Was passiert, wenn Katzen hecheln?
- Warum hecheln Katzen? – die häufigsten Ursachen
- Unbedenkliche Ursachen für Hecheln bei Katzen
- Ernste Ursachen: Hecheln als Krankheitssymptom
Was passiert, wenn Katzen hecheln?
Hecheln ist bei Katzen eine körperliche Reaktion, die sich in Form einer veränderten Atmung äußert: Das Maul steht dabei offen, die Atemfrequenz ist deutlich erhöht und die Zunge kann sichtbar herausragen. Katzen, die hecheln, atmen schneller und flacher, als sie es gewöhnlich tun – durch die beschleunigte Atemfrequenz heben sich auch Brust und Körper beim Hecheln nur leicht.
Warum hecheln Katzen? – die häufigsten Ursachen
Wenn Katzen hecheln, hat das in der Regel einen simplen Grund: Sie reagieren auf ein Sauerstoffdefizit im Körper. Durch die erhöhte Atemfrequenz versuchen die Tiere, möglichst viel Sauerstoff in möglichst kurzer Zeit aufzunehmen und das Defizit so über die Atmung selbstständig auszugleichen. Rein körperlich lässt sich das Hecheln also recht einfach erklären – die Frage nach dem Warum bleibt aber trotzdem bestehen. Denn:
Um einzuschätzen, ob die auffällige Atmung ein ernstzunehmendes Krankheitssymptom ist, ist es wichtig, die Ursache des gesteigerten Sauerstoffbedarfs zu kennen – und diese lässt sich nicht immer eindeutig feststellen. Deshalb sehen wir uns einmal genauer an, welche Auslöser infrage kommen und wie Sie erkennen können, ob das Hecheln Ihrer Katze harmlos ist oder doch als Krankheitssymptom gedeutet werden muss.
Unbedenkliche Ursachen für Hecheln bei Katzen
Hecheln zählt bei Katzen zu den klassischen Anzeichen von Anstrengung. Hierfür können wiederum verschiedene Szenarien ursächlich sein: von ausgiebigem Spielen über Hitze bis hin zu Stress oder Angst.
Körperliche Verausgabung
Beim Spielen, Jagen und Toben können Katzen an ihre physischen Grenzen kommen. Wenn die Atmung Ihrer Samtpfote also flacher und schneller wird, nachdem sie sich körperlich verausgabt hat, ist das völlig normal und kein Grund zur Sorge: Die Katze hechelt, um die Sauerstoffversorgung anzukurbeln und so ihre Energiereserven nach dem anstrengenden Spiel wieder zu füllen. Außerdem entsteht beim Hecheln eine Verdunstungskälte, die Stubentigern dabei hilft, sich zu akklimatisieren.
Hitze
Anders als wir Menschen können Katzen nicht bzw. kaum schwitzen, da ihr Körper fast vollständig mit Fell bedeckt ist. Die wenigen Schweißdrüsen, die sie haben – zum Beispiel unter den Pfoten – reichen nicht aus, um die Körpertemperatur über die Haut zu regulieren. Deshalb müssen die Vierbeiner bei Hitze andere Maßnahmen ergreifen: Sie suchen sich ein schattiges Plätzchen, putzen sich und hecheln. Die schnelle Atmung bei geöffnetem Maul und ausgestreckter Zunge hat – ebenso wie die Verdunstung des Speichels beim Putzen – einen angenehmen Kühleffekt.
Stress und Angst
Katzen sind schlaue und sensible Wesen und daher anfällig für Stress – manche mehr, manche weniger. Wenn Ihre Fellnase psychischen Belastungen ausgesetzt ist, sich in einer Situation unwohl fühlt oder vor etwas fürchtet, kann es sein, dass sie zu hecheln beginnt. Dabei handelt es sich um eine Art Bewältigungsmechanismus des Körpers: Um die durch den Stress bedingte Anstrengung auszugleichen, wird die Sauerstoffzufuhr hochgeschraubt – und zwar durch eine schnelle, flache Atmung.
Häufige Auslöser für Stress sind zum Beispiel Autofahrten, Begegnungen mit anderen Tieren oder fremden Menschen, eine ungewohnte Umgebung, Tierarztbesuche oder die Enge in der Transportbox. Bei manchen Katzen kann schon der Anblick der Katzenbox negative Gefühle wecken und dadurch einen Angst- oder Stressfaktor darstellen.
Wann ist Hecheln bei Katzen normal?
Hechelt Ihre Katze in einer Situation, die sich eindeutig mit körperlicher Anstrengung, Hitze oder psychischer Belastung in Verbindung bringen lässt, ist dies in der Regel kein Grund zur Sorge. Ist das Hecheln auf eine harmlose Ursache zurückzuführen, legt es sich für gewöhnlich schnell wieder, sobald die Katze sich regeneriert oder beruhigt hat.
Hält die veränderte Atmung hingegen über einen längeren Zeitraum hinweg an oder tritt in kurzen Abständen immer wieder auf, sollten Sie den Hintergrund dennoch beim Tierarzt abklären lassen, denn:
- Eine schnelle Überanstrengung oder eine ungewöhnlich lange Regenerationszeit kann auf gesundheitliche Probleme hindeuten.
- Eine erhöhte Körpertemperatur, die sich nur schwer runterkühlen lässt, kann auch ein Indikator für Krankheit oder ein geschwächtes Immunsystem sein.
- Enormer, andauernder Stress kann zu Wesensveränderungen und Erkrankungen führen und stellt damit ein Risiko dar.
Ernste Ursachen: Hecheln als Krankheitssymptom
In einigen Fällen kann Hecheln bei Katzen auch auf eine akute oder chronische Erkrankung hindeuten. Insbesondere wenn für Sie kein logischer Grund für die veränderte Atmung ersichtlich ist oder wenn sich das Hecheln als besonders intensiv oder hartnäckig erweist, sollten Sie genauer hinschauen und im besten Fall einen Tierarzt konsultieren, um der Ursache auf den Grund zu gehen. So können sich verschiedene Katzenkrankheiten durch Hecheln äußern – von Atemwegserkrankungen über Dysfunktionen im Bereich der Schilddrüse oder des Herzes bis hin zur Bauchfallentzündung.
Atemwegserkrankungen
Wenn Katzen hecheln, ringen sie im Grunde nach Luft – möglicherweise, weil sie Atemnot haben. Diese wiederum geht oftmals mit einer Atemwegserkrankung einher. Hierbei kommt es zu Schwellungen im Nasen- oder Rachenbereich, Entzündungen der Atemorgane oder Schleimablagerungen, die der Katze das Atmen erschweren und ihre Luftzufuhr beeinträchtigen. Durch Hecheln versuchen betroffene Stubentiger, dennoch genügend Sauerstoff aufzunehmen.
Atemwegserkrankungen bei Katzen sind vielseitig und reichen von viralen oder bakteriellen Infekten, zu denen auch der Katzenschnupfen zählt, über Lungenwürmer, Asthma und Allergien bis hin zu Fremdkörpern und Wucherungen, beispielsweise in Form von Polypen oder Tumoren.
Als Begleitsymptome treten meist andere Auffälligkeiten bei der Atmung oder im Bereich der Atemwege und -organe in Erscheinung, zum Beispiel:
- Schnupfen oder verstopfte Nase
- Niesen
- Husten
- Würgen
- Atemgeräusche
Das Tückische: Die Krankheitsbilder liegen oft nah beieinander liegen und lassen sich für Laien durch die teils uneindeutige Symptomatik nur schwer voneinander trennen. Da einige Atemwegserkrankungen aber einen schweren Verlauf nehmen können, wenn sie unbehandelt bleiben, sollten Sie die finale Diagnose unbedingt dem Tierarzt Ihres Vertrauens überlassen.
Bauchfellentzündung: feline infektiöse Peritonitis (FIP)
Eine Bauchfellentzündung kann bei Katzen durch eine Infektion mit Coronaviren ausgelöst werden. Die feline infektiöse Peritonitis, kurz FIP, zählt zu den am meisten gefürchteten Katzenkrankheiten, da sie leider meist tödlich endet. Betroffene Miezen leiden häufig unter:
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Krämpfen und Lähmungserscheinungen
- Fieber und Abgeschlagenheit
Typisch sind außerdem Knotenbildungen im Bereich der Haut sowie im Inneren und Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum und in der Brusthöhle. Letztere führen schließlich dazu, dass erkrankte Katzen hecheln.
In unserem Ratgeberbeitrag zur Katzenkrankheit FIP erfahren Sie alles Wichtige zu Infektion, Symptomatik, Diagnostik und Behandlung.
Herzerkrankungen: hyperthrope Kardiomyopathie (HCM)
Herzkranke Katzen leiden durch die eingeschränkte Herzleistung besonders oft an einer mangelhaften Sauerstoffversorgung und neigen deshalb zu einer flachen, schnellen Atmung. Unter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählt die hyperthrope Kardiomyopathie, kurz HCM, zu den am meisten verbreiteten bei Katzen.
Bei betroffenen Samtpfoten ist der Herzmuskel verdickt – dadurch fassen die Herzkammern weniger Blut, was wiederum dazu führt, dass der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Deshalb zählen Hecheln und eine akute Atemnot zu den klassischen Symptomen einer hyperthropen Kardiomyopathie, oftmals in Kombination mit:
- Leistungsabfall und Schwäche bis hin zur Ohnmacht
- Schmerzen und Lähmungen im Bereich der Gliedmaßen
Jedes der genannten Symptome beeinträchtigt das Leben der Katze enorm, auch wenn es isoliert auftritt. Sobald Sie auch nur in Erwägung ziehen, dass Ihre Katze an HCM oder einer anderen Herzschwäche leiden könnte, sollten Sie also umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
Schilddrüsenüberfunktion: Hyperthyreose
Ein weiteres Organ, das bei einer Fehlfunktion dazu führen kann, dass Katzen hecheln, ist die Schilddrüse. Sie steuert den Hormonhaushalt der Katze – arbeitet die Schilddrüse jedoch zu wenig oder zu viel, gerät dieser aus dem Gleichgewicht und es kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion, in Fachkreisen Hyperthyreose genannt, werden zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Die Überproduktion setzt den Katzenkörper enorm unter Stress und äußert sich neben Hecheln zum Beispiel durch:
- Erhöhte Herzfrequenz
- Gesteigerter Durst und Appetit
- Gewichtsverlust und Bewegungsdrang
- Nervosität, Unruhe und Aggressionen
- Hoher Urinabsatz, Durchfall und Erbrechen
Übergewicht, Schwangerschaft und Schmerzen
Nicht immer tritt Hecheln als spezifisches Symptom einer Erkrankung auf. In manchen Fällen – insbesondere dann, wenn die Begleitsymptome unpassend erscheinen oder gar nicht erst ersichtlich sind – kann es auch auf eine andere körperliche Beeinträchtigung hindeuten: beispielsweise auf extreme körperliche Anstrengung oder starke Schmerzen.
- Beginnen schwangere Katzen zu hecheln, kann dies unter Umständen darauf hindeuten, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.
- Auch Schmerzen können dazu führen, dass Katzen zu hecheln beginnen – quasi um den Schmerz wegzuatmen. Als Auslöser kommen sowohl innere Verletzungen oder Geschwüre und Tumore als auch Kampfverletzungen infrage.
- Wenn Katzen an Übergewicht leiden, können selbst kurze Strecken und kleine Bewegungen zur konditionellen Belastungsprobe werden und Hecheln auslösen. Unter Umständen können auch hier Erkrankungen wie Diabetes ursächlich sein oder anderweitig mit dem Übergewicht einhergehen. Ein Diätfutter wie KATTOVIT Diabetes hilft, das Gewicht der Katze zu regulieren und ihr zu neuer Lebensqualität zu verhelfen.
